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Johann Wolfgang Goethe, der (auch heute noch) meistgelesene und berühmteste deutsche Dichter, wurde am 28. August 1749 als Sohn des kaiserlichen Rates Johann Caspar Goethe und seiner Frau Catharina Elisabeth in Frankfurt am Main geboren. Von seinen fünf Geschwistern überlebt nur Cornelia, mit der er gemeinsam seine Kindheit verbringt.
Nach dem dreijährigen Besuch der Frankfurter Spielschule erhält der junge Goethe 1755 - mit dem Umbau des Elternhauses - Privatunterricht. Er wird Zeuge bedeutender historischer Ereignisse. Ab Oktober 1765 nahm er auf Wunsch seines Vaters ein Jurastudium in Leipzig auf, besuchte nebenher auch philosophische und literaturgeschichtliche Vorlesungen und beschäftigte sich in dieser Zeit mit Lessing und der Aufklärung sowie mit Klopstock und der Empfindsamkeit (Pietismus, Gefühlsbetontheit, In-sich-Gekehrtheit, Freundschaft und Naturnähe).
Im August 1768, als er das Studium wegen schwerer Krankheit abbrechen muß, kehrte er ins Elternhaus zurück. Seine Genesung verzögerte sich durch einige Rückfälle bis März 1770. In dieser Zeit wird Goethe vor allem von religiöser Lektüre beeinflußt. Von April 1770 bis August 1771 setzt Goethe in Straßburg sein Jurastudium fort und knüpfte in Straßburg Kontakte zu Jakob Michael Reinhold Lenz, Gottfried von Herder und Friedericke Brion, der er zahlreiche Gedichte, darunter das Heidenröslen, Mailied und Willkommen und Abschied widmete. Im August 1771 promoviert Goethe zum Lizentiaten der Rechte.
Nach seiner Promotion in Straßburg kehrt Goethe nach Frankfurt zurück, nimmt seine Arbeit als Rechtsanwalt auf und wandte sich nebenher verstärkt der Dichtung zu. So konnte er die Urfassung von Goetz von Berchlingen vollenden, die Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand.
1772 macht Goethe Bekanntschaft mit Charlotte Buff. Außerdem arbeitet er an den Frankfurter Gelehrten Anzeigen mit. Die unerfüllte Liebe zu Charlotte Buff findet Ihren Ausdruck im Briefroman Die Leiden des jungen Werthers, der ihn schlagartig berühmt machte. Einige Hymnen entstanden, darunter Ganymed, Prometheus und Wanderers Sturmlied. Zwischen 1773 und 1775 arbeitet Goethe an ersten Fassungen seiner Dramen Urfaust, Prometheus und Mahomet. Im April 1775 kommt es zur Verlobung mit Lili Schönemann, die aber ein halbes Jahr später wieder gelöst wird.
In Weimar, wo er 1775 von Karl August eingeladen wird, macht Goethe die erste Bekanntschaft mit Charlotte von Stein. Im November siedelt er schließlich ganz über. Bedeutende Persönlichkeiten des des deutschen Schriftstellerlebens sind hier ansässig. Mit der Ankunft Goethes nahmen die kulturellen Aktivitäten der Stadt Weimar enorm zu. Goethe wird Beamter der Stadt Weimar und zum Geheimen Legationsrat ernannt. Die enge Beziehung zu Charlotte von Stein bestärken Goethe darin, in Weimar zu bleiben zu wollen. 1777 stirbt seine Schwester Cornelia, 1782 sein Vater.
1786 begiebt sich Goethe heimlich auf eine Erholungs- und Bildungsreise nach Italien. Am 29. Oktober erreichte er Rom, das eigentliche Ziel seiner Reise, wo er die Bekanntschaft mit dem Maler Tischbein und dem Dichter Karl Philipp Moritz. Neben der Beschäftigung mit antiker Bildhauerkunst und der Malerei arbeitete Goethe auch an seinen literarischen Projekten Iphigenie, Egmont, Tasso und Faust weiter. Bereits 1786 konnte Iphigenie auf Tauris in Versform fertiggestellt werden, 1788 dann Egmont. Am 23. April 1788 brach Goethe in Rom auf und trat seine Heimreise an. Am 18. Juni traf er in Weimar wieder ein.
Er wird mit der Leitung künstlerischer Anstalten des Herzogtums betraut, darunter z.B. das "Freie-Zeichen-Institut". Im Juli lernt Goethe seine zukünftige Lebensgefährtin, Christiane Vulpus, kennen. Noch im gleichen Jahr kommt es in Rudolstadt zur ersten Begegnung zwischen Goethe und Friedrich Schiller. Goethe verhalf Schiller zu einer Professur in Jena. 1789 wird Goethes Sohn August geboren. Die Arbeit am Tasso sind abgeschlossen. Zur Französischen Revolution verhält sich Goethe ablehnend. 1791 wird Goethe zum Leiter des Weimarer Hoftheaters.
1794 kann Schiller Goethe zur Mitarbeit an seiner Zeitschrift Die Horen gewinnen. Daraus entwickelte sich eine intensive Freundschaft zwischen den beiden, die zunächst nur aus einem ständigen Briefwechsel bestand. 1797 erhält Goethe die Aufsicht über die Weimarer Bibliothek. Im Dezember 1799 übersiedelt Schiller nach Weimar. 1803 erhält Goethe die Oberaufsicht über die naturwissenschaftlichen Institute der Universität Jena. 1804 wird er zum Wirklichen Geheimen Rat ernannt. Am 9. Mai 1805 stirbt sein engster Freund, Schiller. Dieses Ereignis nimmt einen tiefen Einschnitt in das Leben Goethes, das bis dahin von einer intensiven Freundschaft und geistigen Beziehung der beiden geprägt war. Im Epilog zu Schillers Glocke setze er ihm ein Denkmal.
Zu den engsten Freunden zählen nach Schillers Tod Ludwig von Knebel, Carl Friedrich Zelter und Wilhelm von Humboldt. Die Sammlung Des Knaben Wunderhorn (1806-1808) von Achim von Arnim und Clemens Brentano regten Goethe an, sich mit dem deutschen Mittelalter und der Volkspoesie zu beschäftigen. Im April 1806 wurde Faust, erster Teil abgeschlossen. Im Oktober kam es zur Schlacht bei Jena und zur Besetzung Weimars. Goethe heiratete in diesem Jahr Christiane Vulpus. 1807 macht er Bekanntschaft mit Bettina Brentano, der späteren Frau A. v. Arnims. 1808 stirbt Goethes Mutter. 1809 erscheinen Die Wahlverwandtschaften. In Karlsbad kam es 1812 zur Begegnung mit Ludwig van Beethoven, der einige Gedichte Goethes vertonte.
Am 6. Juni 1816 stirbt seine Frau, Christiane. 1817 hält sich Goethe öfters in Jena auf. Von der Leitung des Hoftheaters wird er entbunden. Mit zunehmenden Alter zog sich Goethe vom Weimarer Gesellschaftsleben zurück und wendete sich nun hauptsächlich seinen Werken zu. 1821 kommt es zur ersten Begegnung mit Ulrike von Levetzow, seiner letzten Liebe. Im Januar 1827 stirbt Charlotte von Stein, im Juni des darauffolgenden Jahres Großherzog Karl August. Im November erfährt er vom Tode seines Sohnes, der schon Ende Oktober verstarb. Goethe erlitt einen Blutsturz. Am 22. März 1832 stirbt Goethe in seinem Haus am Frauenplan. Er wurde neben Schiller in der Weimarer Fürstengruft beigesetzt.
Quelle: Literaturwelt.com
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