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Hörbuch: Thomas Mann, Joseph und seine Brüder, 30 CDs - bei Medienshop2000

Joseph und seine Brüder

Thomas Mann, Joseph und seine Brüder - Hörbuch, 30 CDs


Anregungen, Vorbilder

"Joseph und seine Brüder" wurde als novellenhafte Ausformulierung der biblischen Geschichte von Jaakobs Lieblingssohn Joseph und dessen Lebensweg (Genesis 37-50) begonnen. Die Anregung zu dem Werk schöpfte Thomas Mann aus Johann Wolfgang Goethes autobiografischer Schrift "Dichtung und Wahrheit". In deren viertem Buch schreibt Goethe über die biblische Erzählung: "Höchst anmutig ist diese natürliche Erzählung, nur erscheint sie zu kurz, und man fühlt sich berufen, sie ins einzelne auszumalen."

Die Geschichten Jaakobs

Die Erstausgabe erschien im Oktober 1933 bei S. Fischer in Berlin. Schon am 27. September 1933 hatte sich Thomas Mann mit seiner Familie in Küsnacht am Zürichsee niedergelassen; seine Bücher konnten noch bis zur Emigration des Fischer-Verlages in Deutschland erscheinen.

"Tief ist der Brunnen der Vergangenheit". Mit diesen Worten beginnt das als "Höllenfahrt" überschriebene Vorspiel der Tetralogie. Anhand der als Mythen bewahrten Menschheitserinnerungen nimmt Thomas Mann den Leser mit hinab zum Uranfänglichen und führt ihn anschließend hinauf in die Regionen der göttlichen Schöpfung.

Am Brunnen und in der Nacht beginnen Die Geschichten Jaakobs. Hier trifft der greise Jaakob den Liebling unter seinen zwölf Söhnen, den 17-jährigen Joseph. Joseph tritt vor uns als hübscher, lebhafter, aber auch eitler Mondschwärmer. Vater Jaakob macht sich Sorgen, ihn am Brunnenabgrund zu finden und dazu halb nackt. Er fragt, warum Joseph nicht bei seinen Brüdern sei. Zu seinem Kummer muss er hören, dass sein Vorzugskind von einem der Brüder "Laffe und Hürchen" genannt worden ist. Der Bruderzwist, der im Verkauf des jungen Josephs nach Ägypten gipfeln wird, hat begonnen.

Die Begegnung von Vater und Sohn gibt den Anlass für einen umfassenden Rückblick auf Jaakobs Leben: Wir erfahren, wie er seinen um ein Weniges älteren Zwillingsbruder Esau um den väterlichen Segen und somit das Erstgeburtsrecht betrog. Den Zorn und die Rache des Bruders fürchtend, flieht Jaakob nach Haran. Dort verdingt er sich bei seinem Onkel Laban und verliebt sich in dessen Tochter Rahel. Als er um ihre Hand anhält, stellt ihm Laban die Bedingung, sieben Jahre für ihn zu arbeiten, bevor er als Lohn Rahel heiraten dürfe. Als nach Ablauf dieser Zeit endlich Hochzeit gefeiert wird, stellt sich für Jaakob am nächsten Morgen heraus, dass Laban ihn betrogen hat: Er hatte ihm seine ältere Tochter Lea verschleiert zugeführt. Noch einmal muss Jaakob seinem Onkel sieben Jahre dienen, damit er auch Rahel heiraten darf.

Während die Söhne, die Jaakob mit Lea hat, heranwachsen, bleibt Rahel unfruchtbar. Wie einst die Magd Hagar dem Abraham einen Sohn gebar, so gebären die Mägde Bilha und Silpa dem Jaakob Söhne. Zehn Kinder hat er bereits, da bringt Rahel endlich Joseph zur Welt, des schon hoch gealterten Jaakob lang erwünschtes Kind mit der "Richtigen", endlich den "richtigen" Sohn: Joseph, auch Jaschup - was so viel heißt wie Mehrung und Zunahme. Als Hinweis auf den Höchsten nennen die Eltern ihn auch Jehoseph.

In den Jahren in Labans Diensten kommt Jaakob zu Reichtum, kehrt nach Kanaan zurück und versöhnt sich mit Esau.

Der junge Joseph

Im zweiten Band wird erzählt, wie Joseph aufgrund des Hasses seiner Brüder von diesen an eine Karawane verkauft wird.

Weil Joseph der Lieblingssohn Jaakobs ist und seinem Vater häufig Missetaten der Brüder "verpetzt", ist er bei diesen nicht beliebt. Nur mit seinem jüngeren Bruder Benjamin, bei dessen Geburt Rahel gestorben war, versteht er sich. Nachdem Joseph vom Vater als Zeichen der Sonderstellung ein wertvolles Kleid geschenkt bekommen und lauthals seine (aus der Sicht der Brüder frevelhaften) Träume verkündet hat, steigert sich deren Hass so sehr, dass sie in das entfernte Schekem abreisen. Joseph wird darauf von seinem Vater auch dorthin geschickt, um sich mit seinen Brüdern wieder zu versöhnen. Doch weil Joseph sich ihnen bei seiner Ankunft im neuen Kleid zeigt, werfen sie ihn in angesammelter Wut in einen trockenen Brunnen, lassen ihn drei Tage dort unten und verkaufen ihn danach als Sklaven an eine zufällig vorbeireisende Karawane von Ismaeliten, die nach Ägypten unterwegs ist.

Joseph in Ägypten

Der dritte Band Joseph in Ägypten ist der umfangreichste Roman der Tetralogie, dessen Handlung in der Bibel in nur 22 Versen geschildert wird. Er beschreibt Josephs Karriere im Hause Potiphars und den Konflikt mit Potiphars Frau, der letztlich eskaliert und dazu führt, dass Joseph in Ägypten ins Gefängnis geworfen wird:

Zunächst kommt Joseph als Sklave und Handelsware der Midianiter nach Ägypten, wo ihn der Hausmeier Mont-Kaw als Sklaven für den Haushalt des Potiphar (im Roman meist Peteprê genannt) erwirbt. Eingedenk seines "Todes" und dreitägigen "Begräbnisses" im Brunnen, nennt sich Joseph in Ägypten "Osarsiph", "Joseph der Osiris", wie nach ägyptischen Brauch die Toten angesprochen werden. Gestorben ist er seinem alten Leben, für Vater und Familie geborgen in der Zeitlosigkeit des Todes.

Josephs Beredsamkeit, sein Geschick und sein blendendes Aussehen gleichermaßen verhelfen ihm rasch zum Aufstieg. Nach dem Tode Mont-Kaws folgt er ihm im Amt des Hausmeiers nach. Unter Josephs geschickter Leitung gedeiht der Haushalt und wächst der Wohlstand Potiphars.

Potiphar selbst wurde als Kind von seinen Eltern, dem Geschwister-Elternpaar Huji und Tuji, kastriert. Auf diese Weise wurde ihr Sohn von dem Makel der Geschwisterehe gereinigt und ihm eine Karriere als Höfling eröffnet. Als Groß-Eunuch Pharaos einer der mächtigsten Hofschranzen, turmhaft von Gestalt, hoheitsvoll in seiner Erscheinung, ist er aber ernst und verschlossen. Wie er als Eunuch zur Ehe nur der Form nach taugt, sind auch seine Hofämter im Grunde nur leere Titel. Von mächtigem Körperbau und ausgestattet mit prächtigen Titeln, ist Potiphar doch auf Schonung und Diskretion von Seiten seiner Umgebung angewiesen.

Frau Potiphar, deren Namen, Mut-em-Enet, wir im Gegensatz zur Bibel im Josephsroman erfahren dürfen, ist begreiflicher Weise von ihrer nicht vollzogenen Ehe enttäuscht. Während dreier Jahre nähert sich Mut-em-Enet dem Josef immer offener, getrieben von ihrem unerfüllten Verlangen, das immer rasender wird und schließlich unverblümt ausbricht. Die Geschichte gipfelt in der bekannten Schlafzimmerszene; Joseph flieht und lässt sein Obergewand bei Potiphars Frau zurück.

Potiphar verurteilt nach seiner Rückkehr den fälschlich angeschuldigten Joseph zum Gefängnis. Zum zweiten Male fährt Joseph "in die Grube".

Joseph der Ernährer

"Joseph der Ernährer" schließt die Tetralogie ab. Joseph gelingt es, den Traum Pharaos von den sieben fetten und mageren Kühen sowie von den sieben vollen und leeren Kornähren zu deuten. In dem danach folgenden Gespräch erkennt der Gottkönig - in Thomas Manns Josephserzählung nimmt Amenophis IV./Echnaton die Rolle Pharaos ein - in Joseph einen ihm Ebenbürtigen und erhöht den Gefangen zu seinem Stellvertreter. Joseph wird beauftragt mit dem Abgabenwesen des Landes Ägypten und dessen Vorratshaltung.

Die Identifikation vom Pharao Josephs mit Echnaton ist für Thomas Mann schon deshalb wichtig, weil dieser Pharao durch Einführung des ausschließlichen Sonnenkultes zur Entstehung der monotheistischen Religionen beitrug.

Durch geschickte Reorganisation des Landes kann Joseph nicht nur ausreichend Vorräte sammeln, um periodisch auftretende Hungersnöte auszugleichen, es gelingt ihm darüber hinaus, den selbstbewussten Adel Pharao zu unterwerfen. Als es zu einer besonders lang anhaltenden Hungersnot kommt, können die umliegenden Völker dank Josephs Vorsorge auch überleben. Josephs Brüder sehen sich ebenfalls gezwungen, nach Ägypten zu kommen, um Korn zu kaufen. Nach einigem Schabernack an den ehemals feindseligen Brüdern offenbart sich der mächtige Stellvertreter Pharaos und verzeiht ihnen. Jaakob und sein Anhang, das Volk Israel, darf sich im Land Goschen ansiedeln. Quelle: Wikipedia

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