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Der Herr im Café (Buch, Leinen) |
| Untertitel: |
Drei Erzählungen |
| ISBN: |
3-257-06113-7 |
| Autor: |
Hartmut Lange |
| Nachwort: |
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| Verlag: |
Diogenes |
| Format / Seiten: |
Leinen, 128 Seiten |
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Inhalt: |
Der Herr im Café
Ein Schriftsteller, eine Schauspielerin und eine Sängerin sind die Hauptfiguren dieser drei Erzählungen. Die großen Erfolge liegen hinter ihnen, ihre Kunst jedoch ist ungebrochen. Doch was nützt dem Bestsellerautor die Gabe, seinen Lesern die vertracktesten philosophischen Gedankengänge auf einfache Weise erklären zu können, wenn ein Fremder in sein Leben tritt und behauptet, mit Anton Webern befreundet zu sein, der freilich schon fünfzig Jahre tot ist, und Fragen aufgeworfen werden, die niemand beantworten kann oder will? Was bleibt der Bühnendiva von den Ovationen, wenn ihre Rolle eines Abends vom Dichter persönlich gespielt wird, während sie in der Garderobe auf das Ende der Vorstellung wartet? Und wie erinnert sich die alte Sängerin an ihr eigenes Leben und an das ihrer großen Berufskollegin Inge Thorborgsen, wenn sich alle Gewißheit und Eindeutigkeit der Vergangenheit und des Alltags auf Gustav Mahlers ›Lied der Erde‹ verengt? Hartmut Lange schreibt stets einen Schritt außerhalb des gewohnten Raumes und der gewohnten Zeit – und ist deshalb ein um so schärferer Beobachter des Gewöhnlichen wie des Geheimnisvollen.
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Autor: |
Geboren am 31.3.1937 in Berlin-Spandau. Der Sohn eines Metzgers verließ die Oberschule vor dem Abitur und schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Trotz des Schulabbruchs wurde er an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg zugelassen, wo er Dramaturgie studierte. Im dritten Studienjahr wurde er rausgeschmissen und schrieb, basierend auf seinen Erfahrungen als Gleisarbeiter, im selben Jahr sein erstes Stück, ›Senftenberger Erzählungen oder Die Enteignung‹. Das Stück sorgte für Aufregung. Die angekündigte Aufführung fand nicht statt, brachte Lange aber eine Anstellung als Dramaturg am Deutschen Theater in Ost-Berlin, wo er Peter Hacks’ Meisterschüler wurde. Mit seiner politischen Komödie ›Marski‹, die die Agrarpolitik der SED und darüber hinaus ironisch die Bekehrung eines Kapitalisten zum Sozialisten auf die Bühne brachte, begab sich Lange in eine ideologische Auseinandersetzung. Zur völligen Entfremdung vom SED-Regime kam es durch die Lektüre der verbotenen Stalin-Biographie von Isaak Deutscher. Noch vor der Uraufführung von ›Marski‹ kehrte er von einer Reise nach Jugoslawien nicht in die DDR zurück. Er ging nach West-Berlin, wo er als linker Dramatiker die Brechtsche Tradition weiterführte. Ende der siebziger Jahre begann sein Glaube an den Rationalismus zu zerfallen. Ein langer, verwirrender Wandlungsprozeß machte ihn zum »positiven Nihilisten«: »Ich bin heute zutiefst davon überzeugt, daß der Mensch etwas Unvereinbares ist.« Das Theater bot ihm nicht mehr die Gestaltungsmöglichkeiten für das, was er ausdrücken wollte. Wenn schon der feste Boden der Vernunft verloren war, was sollten dann noch ›die Bretter, die die Welt bedeuten‹? Er entdeckte für sich die Novellenform und wird heute in seiner Thematik als Nachkomme Heinrich von Kleists gesehen. »Kleists Unglück, Todesnähe und Todesheiterkeit sind auch seine Chiffren, sind sein Code, den er entziffern will.« (›Süddeutsche Zeitung‹) |
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