Theodor Fontane, Stine - Ungekürzte Lesung von Gert Westphal, Hörbuch, 3 CDs
"Fontane schreibt seinem Freund und Schriftstellerkollegen Emil Dominik 1888: 'Stine ist das richtige Pendant zu Irrungen, Wirrungen, stellenweise weniger gut, stellenweise besser. Es ist nicht so ein breites, weite Kreise umfassendes Stadt- und Lebensbild wie Irrungen, Wirrungen, aber an den entscheidenden Stellen energischer, wirkungsvoller. Die Hauptperson ist nicht Stine, sondern deren ältere Schwester: Witwe Pittelkow. Ich glaube, sie ist eine mir gelungene und noch nicht dagewesene Figur.' " Deutsche Grammophon
Der "König der Vorleser", wie er in der Zeit genannt wurde, stammte aus Dresden und erhielt dort eine Schauspielausbildung. Bald nach dem Krieg begann er beim Rundfunk seine Karriere als Hörspielregisseur und Vorleser, zunächst bei Radio Bremen, dann beim Südwestfunk. 1959 ging er als Ensemblemitglied zum Züricher Schauspielhaus. Er blieb aber auch weiterhin Vorleser, dessen Repertoire schier unübersehbar war. Seine Lieblingsautoren waren Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Fontane und Thomas Mann.
Autor:
Erst mit 57 Jahren fand Fontane zum Schriftstellerberuf. Zunächst politisch eher konservativ ausgerichtet, wurde er in seinen sehr erfolgreichen Romanen zunehmend zum unerbittlichen Kritiker der preußisch-kaiserlichen Gesellschaft, die er mit großer Detailgenauigkeit durchleuchtete, was ihm deren entschiedene Gegnerschaft einbrachte. Er bindet seine Kritik jedoch in eine formvollendete Fassung. "Effi Briest" und "Irrungen und Wirrungen" sind heute wieder Schullektüre, ganz abgesehen vom "Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland".