Theodor Fontane, Vor dem Sturm - Ungekürzte Lesung von Gert Westphal, Hörbuch, 23 CDs
In seinem ersten Roman entwirft Fontane das Portrait einer märkischen Dorfgemeinschaft am Vorabend der preußischen Befreiungskriege in den Jahren 1812/13. Im Mittelpunkt steht der Adlige Berndt von Vitzewitz, der einen Schlag gegen die napoleonischen Besatzer plant und mit Hilfe Gleichgesinnter eine Armee aufzustellen sucht. Sein Sohn Lewin indessen interessiert sich weniger für politische Fragen als vielmehr für Kathinka, die ihn jedoch zunächst verschmäht.
Der "König der Vorleser", wie er in der Zeit genannt wurde, stammte aus Dresden und erhielt dort eine Schauspielausbildung. Bald nach dem Krieg begann er beim Rundfunk seine Karriere als Hörspielregisseur und Vorleser, zunächst bei Radio Bremen, dann beim Südwestfunk. 1959 ging er als Ensemblemitglied zum Züricher Schauspielhaus. Er blieb aber auch weiterhin Vorleser, dessen Repertoire schier unübersehbar war. Seine Lieblingsautoren waren Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Fontane und Thomas Mann.
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Erst mit 57 Jahren fand Fontane zum Schriftstellerberuf. Zunächst politisch eher konservativ ausgerichtet, wurde er in seinen sehr erfolgreichen Romanen zunehmend zum unerbittlichen Kritiker der preußisch-kaiserlichen Gesellschaft, die er mit großer Detailgenauigkeit durchleuchtete, was ihm deren entschiedene Gegnerschaft einbrachte. Er bindet seine Kritik jedoch in eine formvollendete Fassung. "Effi Briest" und "Irrungen und Wirrungen" sind heute wieder Schullektüre, ganz abgesehen vom "Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland".