Theodor Fontane, Unterm Birnbaum - Ungekürzte Lesung von Gert Westphal, Hörbuch, 3 CDs
Hradscheck betreibt mit seiner Frau eine Mischung aus Krämerladen und Wirtshaus in dem abgelegenen Dorf Tschechin. Er spielt und trinkt gerne mit seinen Gästen und seine Frau spielt gerne die große Dame. So ist es nicht überraschend, dass sie in heftigen Geldnöten stecken. Überall hat Hradscheck bereits Schulden und drohende Gerichtsverfahren ungeduldiger Gläubiger stehen vor der Tür. Ein Mann aus Polen soll bald eintreffen, der im Auftrag seiner Firma Hradschecks Ausstände bei ihnen kassieren soll. Wenn er dieses Geld nicht auftreibt, kommt er in ernsthafte Schwierigkeiten. Als Hradscheck zufällig einen französischen Soldaten in seinem Garten findet, kommt er auf eine Idee. Er treibt kurzfristig das Geld auf, dass er dem Polen übergeben muss und begleicht damit seine Schulden. Am nächsten Tag reist der Mann anscheinend in aller Frühe ab und stürzt mit seiner Kutsche von einem schlammigen Damm in den Fluss in der Nähe des Dorfes. Von ihm selbst findet sich nur seine Pelzmütze. Einige verdächtige Begleitumstände und Gerüchte im Dorf veranlassen die Obrigkeit zu Nachforschungen gegen Hradscheck. Seine Frau wurde in aller Frühe auf dem Weg vom Damm nach Hause gesehen und eine neugierige Nachbarin beobachtete Hradscheck mitten in der Nacht beim Graben in seinem Garten. (Quelle: Buchkritik.at)
Der "König der Vorleser", wie er in der Zeit genannt wurde, stammte aus Dresden und erhielt dort eine Schauspielausbildung. Bald nach dem Krieg begann er beim Rundfunk seine Karriere als Hörspielregisseur und Vorleser, zunächst bei Radio Bremen, dann beim Südwestfunk. 1959 ging er als Ensemblemitglied zum Züricher Schauspielhaus. Er blieb aber auch weiterhin Vorleser, dessen Repertoire schier unübersehbar war. Seine Lieblingsautoren waren Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Fontane und Thomas Mann.
Autor:
Erst mit 57 Jahren fand Fontane zum Schriftstellerberuf. Zunächst politisch eher konservativ ausgerichtet, wurde er in seinen sehr erfolgreichen Romanen zunehmend zum unerbittlichen Kritiker der preußisch-kaiserlichen Gesellschaft, die er mit großer Detailgenauigkeit durchleuchtete, was ihm deren entschiedene Gegnerschaft einbrachte. Er bindet seine Kritik jedoch in eine formvollendete Fassung. "Effi Briest" und "Irrungen und Wirrungen" sind heute wieder Schullektüre, ganz abgesehen vom "Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland".