Kein anderer zeitgenössischer Roman stellt derart ehrlich die Frage nach der Identität des Menschen im 20. Jahrhundert. Bei seiner Einreise in die Schweiz wird Mister White festge-nommen, weil er für die Polizei mit dem verschwundenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller identisch ist. Frühere Freunde und auch seine Frau bestätigen den Verdacht. Er aber widersetzt sich dieser Festlegung: »Ich bin nicht Stiller!« Diese Identität ist ihm fragwürdig geworden, und er will sich die Freiheit der Wahl, ein anderer zu sein, erhalten.
Max Frisch
Max Frisch wurde am 15.5.1911 in Zürich geboren. Er studierte Germanistik an der Universität Zürich und Architektur an der ETH. 1941 richtete er ein Architekturbüro in Zürich ein, welches er 1955 auflöste. Seither war Frisch freier Schriftsteller. Er lebte in den sechziger Jahren in Rom, später in Berlin, New York und Berzona (Kanton Tessin). Max Frisch starb am 4.4.1991 in Zürich. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis 1958 und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1976.
Ulrich Matthes Ulrich Matthes, geboren 1959, gab sein Debüt an der Seite von Maximilian Schell am Renaissance-Theater in Berlin. Anschließend spielte er an zahlreichen deutschen Theatern,
u. a. in Düsseldorf, München, Wien und Berlin. Seit vielen Jahren arbeitet Ulrich Matthes auch für Film und Fernsehen. Zuletzt spielte er Joseph Goebbels in »Der Untergang« (2004) und war in »Der neunte Tag« (2004) zu sehen.