Dieter Rotermund ist nur mittelmäßig erstaunt, als er beim Kneipenbesuch sein Ohr auf dem Boden liegen sieht. Er hat es offenbar verloren. Aber das, findet er, passt durchaus zu seinen anderen Erfahrungen des Verlusts. Rotermund merkt, wie ihm die intensiven Emotionen abhanden- gekommen sind, Leidenschaft und Wut – aber auch das Gefühl, lebendig zu sein. Genazino erzählt diese grau gestreifte Geschichte mit dem ihm eigenen Witz, bösartig bisweilen, detailversessen und entlarvend. Auch die Liebe bleibt von diesem Blick nicht verschont.
Hörprobe:
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Wilhelm Genazino:
Wilhelm Genazino, geboren 1943 in Mannheim, arbeitete nach dem Abitur zunächst als freier Journalist, später als Redakteur bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften (u. a. für Pardon). Seit 1971 ist er als freier Schriftsteller tätig. Von 1980–1986 war er Mitherausgeber von Lesezeichen. Er ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, u.a. dem Kunstpreis Berlin 2003 und dem Georg-Büchner-Preis 2004. Seit 2004 ist er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Er lebt in Frankfurt.